Migranten als Gründer
Migranten sind die neuen Gründer in Deutschland. Beinahe jeder 5. mit Migrationshintergrund wird zum Gründer. Dabei glänzen sie vor allem auch durch eigene Mitarbeiter. Schon zum Start in die Selbstständigkeit, entscheiden sich Migranten häufig oft für eigene Mitarbeiter. Falsch ist allerdings der Gedanke, dass die Gründung aus der Arbeitslosigkeit erfolgte. Nur ein geringer Teil der Migranten entscheidet sich aus der Arbeitslosigkeit hinaus zur Gründung. Der größte Teil entschließt sich, das bestehende Arbeitsverhältnis aufzulösen und den riskanten Weg in die Selbstständig zu wagen. Andere Migranten wagen die Gründung zunächst als Nebenerwerb.
Migranten als Gründer sind jung
Ein großer Vorteil der Gründer mit Migrationshintergrund ist das Alter. Sie sind meistens jünger als andere Gründer, männlich und mutig. Sie gründen häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt Unternehmen und beschäftigen ebenfalls häufiger Mitarbeiter als der Durchschnitt. Die KfW-Bank betrachtet Menschen mit Migrationshintergrund mittlerweile als eine wichtige Säule im Gründergeschehen. Der Anteil der 30-jährigen Gründer liegt durchschnittlich hoch bei den Migranten. Viele starten sogar direkt nach der Schule oder dem Studium. Das Risiko wird erkannt, der Mut ist jedoch höher als im Durchschnitt. Vergessen werden darf allerdings nicht, das viele Migranten einen wesentlichen Vorteil haben. Sie vermarkten häufig Produkte aus ihren Herkunftsländern und können damit von zwei Märkten profitieren.
Wie ist die Verlustquote
Die Quote der Insolvenzen oder der Abbrüche bei Gründern mit Migrationshintergrund ist relativ hoch. Aber praktisch mit anderen Gründern gleichzusetzen. Nach drei Jahren verschwinden wieder fast 39 Prozent der Gründer. Damit ist die Quote praktisch identisch. Italiener, Russen, Polen und auch Türken gehören zu den größten Gründern. Während Türken sich aber vorwiegend für kleine Imbissbetriebe entscheiden, sind Russen und Polen durchaus mutiger und wagen sich –prozentual gesehen- auch an größere Unternehmungen. Wobei Gründer mit türkischem Hintergrund im Geschehen am stärksten vertreten sind.
Schon 2010 gab es 680.000 migrantische Unternehmen. Die Zahl ist in den letzten 3 Jahren deutlich angestiegen. 2013 machten sich 868.000 Menschen in Deutschland selbstständig. Jeder 5. davon mit Migrationshintergrund. Fast ¼ der Migranten startet die Selbstständigkeit im Handel und schafft damit zugleich neue Arbeitsplätze in Deutschland. 60 Prozent starten aufgrund einer Geschäftsidee, die sich im Laufe der Zeit in den Köpfen entwickelt hat. Die Finanzierungsschwierigkeiten für Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich gesunken, dennoch haben sie immer noch öfters als andere mit Problemen bei der Finanzierung zu kämpfen. 42 Prozent aller Migrations-Gründer beschäftigen bereits beim Start Mitarbeiter. Damit liegt die Zahl gegenüber deutschen Gründern (29 %) deutlich höher.
Bild: Thomas Klewar/Kfw Bank Presse