Mietpreisbremse in Hamburg
Neben Berlin hat auch Hamburg die Mietpreisbremse eingeführt. Damit mischt sich der Staat erneut in die privaten Bereiche massiv ein. Oft zum Nachteil der Verbraucher. Dabei ist der Gedanke der Mietpreisbremse zunächst durchaus positiv. Im Juli hatte die Hansestadt die Mietpreisbremse eingeführt. Seitdem gilt bei Neuvermietungen ein Preisdeckel. Die Folgen sind überraschend.
In Berlin und Hamburg fallen die Mieten. Seit Beginn der Mietpreisbremse fallen die Mieten pro Monat. Innerhalb von 4 Wochen gab es einen Rückgang um bis zu 3,44 Prozent. Die Durchschnittsmieten in Hamburg liegen aktuell bei 10,12 Euro und in Berlin bei 8,46 Euro pro Quadratmeter. Ein so massiver Rückgang konnte in Hamburg seit vielen Jahren nicht verzeichnet werden.
Hat die Mietpreisbremse die Lage gebessert?
Geht es nach der Politik und vielen Mietverbänden, so konnte die Mietpreisbremse erste positive Signale setzen. Und in der Tat, die Mietpreise gehen leicht zurück. Doch um welchen Preis. Über die indirekten Folgen wird nur ungerne gesprochen. Die Mietpreisbremse führte auch dazu, das sich viele Investoren und Bauherrn den Kauf oder Bau einer Immobilie zweimal überlegen. Entweder sie lassen es sein oder finden im den Nachbarländern sowie im Ausland wesentlich bessere Renditechancen.
Doch nicht nur das hat sich durch die Mietpreisbremse weiter ins Negative verkehrt. Auch die Mieter selbst würden nun noch mehr durchleuchtet werden. Da wo die Rendite wieder einmal weiter sinkt, muss zumindest nun der richtige Mieter sein. Sozialschwache und Familien dürften also durch die Mietpreisbremse das Nachsehen haben. Für die Vermieter sind diese beiden Gruppen häufig kein gutes Geschäft. Und so lange der Staat mit seiner Mietpreisbremse präsent ist, müsse man sich den Mieter heute noch deutlicher ansehen als früher, äußerten viele Immobilienbesitzer.
Mietpreisbremse sorgt für Rückgang
Die Mietpreisbremse sorgt also anscheinend tatsächlich für einen Rückgang der Mietpreise. Überraschend war das allerdings nicht. Immerhin wurde die Bremse ja als ein solches Instrument erschaffen.
Die Meldung, dass immer mehr Bundesländer die Mietpreisbremse einführen wollen, überrascht ebenso nicht. Düfte aber den Wohnungsbau weiter unter Druck setzen. Wer seine Wohnung unter 10 Euro pro m² vermieten muss, macht in der Regel Verluste oder erzielt faktisch keine Rendite. Die Bremse der Miete könnte also durchaus zum Bumerang werden und kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Immerhin versucht die Regierung derzeit alles, um den Wohnungsbau anzukurbeln. In den großen Regionen fehlen immer mehr Wohnung. Während in strukturschwachen Regionen immer mehr Wohnungen leer stehen.
Wo gilt die Mietpreisbremse
Theoretisch gilt die Mietpreisbremse bereits bundesweit. Allerdings kommt sie nur derzeit nur dort zu eigentlichen Anwendung, wo der Wohnungsmarkt bereits sehr angestrengt ist. Also in Berlin, Hamburg sowie in einigen Städten in Bayern (144) und in Nordrhein-Westfalen (Köln, Düsseldorf, Essen, etc.).
Dort wo die Mietpreisbremse gilt, muss ein Vermieter unter einer Preisgrenze bleiben, die in etwa 10 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Das gilt zunächst nur bei Neuvermietungen.
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